Krankheit
Schreibe einen Kommentar

Fundoplikatio, Button und eine beleidigte Leber

Fundoplicatio nach Nissen Zeichnung

Heute war meine Fundoplikatio- OP nach Nissen in der auch gleichzeitig ein Button zur Ernährung gesetzt wurde. In diesem Artikel liest du wie die OP verlaufen ist und was für ein riesen Glück ich hatte…

Ich bin wieder raus aus dem OP. Nach 4 Stunden konnte Mama mich wieder in Empfang nehmen. Die ganze Zeit hat sie sehnsüchtig auf mich gewartet und ist immer in der Nähe vom OP geblieben.

Frau Dr. Taskaya hatte uns im Vorgespräch einen groben Zeitraum für die Fundoplicatio von 1,5 Stunden im Besten Fall und bis zu 4 Stunden im schwierigeren Fall genannt. Also sieht es wohl so aus als wenn der schwierigere Fall eingetreten ist…

Geplant war, dass ich einen Button anstelle der PEG erhalte und zur Therapie meines Refluxes eine Fundoplikatio nach Nissen durchgeführt wird. Soweit so gut.

Warum/Wie Fundoplikatio?

Dieser Eingriff dient der Behandlung meiner gastroösophagealen Refluxkrankheit. Das bedeutet, dass ich andauernd, auch unter der Einnahme von Nexium, starkes Sodbrennen hatte. Damit also der Mageninhalt (Magensaft, Essen/Trinken) dort bleibt wo er hingehört, hat man diese Operation durchgeführt. Der Rückfluss von Mageninhalt kann auch zu Speiseröhrenkrebs führen ;-(

Die Operation kann sowohl offen-chirurgisch als auch laparoskopisch (per Bauchspiegelung) durchgeführt werden. Im Rahmen des Eingriffs werden Anteile des Magenfundus locker um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gewickelt und durch eine Naht fixiert. Ziel ist es, die zusätzliche Unterstützung des Schließmuskels durch den entstehenden Druck der Manschette bei Füllung des Magens nach der Nahrungsaufnahme. Somit wird der krankheitsauslösende Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre unterbunden

Beleidigte Leber-Wurst

Der Eingriff sollte laparoskopisch durchgeführt werden. Prof. Dr. Dr. Boemers hat sich aber dann schon zu Beginn der OP gegen diese Methode entschieden und statt dessen die offen-chirurgische gewählt. WAS FÜR EIN GLÜCK! Da ist doch tatsächlich meine Leber an der Bauchdecke festgewachsen! Genau an der Stelle wo der Chirurg normalerweise das optische Instrument einführt. Eine schöne Schweinerei hätte das gegeben… Danke an meinen schon sehr strapazierten Schutzengel und danke, Herr Bömers, für diese Entscheidung.

Knopf am Bauch – der Button

Bisher habe ich ja, wie bereits erwähnt, eine Duodenalsonde zur Ernährung liegen gehabt. Diese endet nicht im Magen sondern erst im Duodenum (Zwölffingerdarm). Das musste so sein, da ich damals noch die Kehlkopfspalte hatte. Bei jedem erbrechen ist dies an der Kehlkopfspalte in die Luftröhre gelaufen und hat dort zwangsweise zu einer Lungenentzündung geführt.

Mit der Anlage des Button erhalte ich ab sofort meine Nahrung, so wie es sein sollte, direkt in den Magen. Das bedeutet für mich, dass ich mein Essen viel schneller zu mir nehmen kann und nicht mehr 24 Stunden ernährt werden muss. Dies war in der letzten Zeit immer hinderlicher geworden, weil ich schon ganz flink schnell krabbeln kann und da kommt keiner so schnell mit dem Infusionsständer hinter mir her. Wenn der Kostaufbau abgeschlossen ist, erhalte ich alle 4 Stunden (6x/ 24 Std.) meine Nahrung über einen Zeitraum pro Sondierung von ca. 50 Minuten. Diese Zeit ist steigerungsfähig und wird an meine aktuelle Entwicklung und dem verheilen der OP angepasst.

Medikamente nach der OP

Nach diesem umfangreichen Eingriff in meinem kleinen Bauch habe ich starke Schmerzen. Damit das nicht so bleibt erhalte ich verschiedene Medikamente zum Sedieren und als Schmerzstiller.

Dormicum (Midazolam), Dipidolor, Clonidin

Herzlichst, dein Elai

Quellenangabe für das Titelbild: „Fundoplikatio nach Nissen Zeichnung“ von Original uploader was Xopusmagnumx at en.wikipedia – Transferred from en.wikipedia; transfer was stated to be made by User:Nasiruddin.. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.